Menü

Wir beraten Sie im Arbeitsrecht
Schnelle Hilfe bei Kündigung

Kündigung während der Probezeit – Zulässigkeit

Wie es schon beim Führerschein üblich ist, gibt es auch im Arbeitsrecht Probezeiten. Das Prinzip ist dabei relativ gleich: Während der Probezeit gibt es eine Frist, in der man sich bewähren kann. Gibt es bis zum Ende dieser Probezeit keine Probleme, so darf man grundsätzlich weiter beschäftigt bleiben.

Kündigung in der Probezeit
Kündigung während der Probezeit: Hier finden Sie die wichtigsten Infos zur Probezeit zusammengestellt. Symbolfoto:Virrage Images/Bigstock

Eine gesetzliche Pflicht zur Probezeit gibt es allerdings nicht. Vielmehr steht es jedem Arbeitgeber frei, eine solche mit dem Arbeitnehmer zu vereinbaren, oder auf sie zu verzichten.

Doch was bedeutet die Probezeit in Bezug auf die allgemeinen Regelungen der Kündigung? Hier kann festgestellt werden, dass der Arbeitgeber während der Probezeit grundlos kündigen kann. Doch auch diese Möglichkeit ist an gewisse Anforderungen gebunden, die nun im Folgenden erläutert werden.

Dauer der Probezeit

Wichtig bei der Dauer der Probezeit ist, dass sie überhaupt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Nur dann gilt sie auch. Die Probezeit darf dabei höchstens sechs Monate betragen, kann also auch kürzer sein.

Dem zur Folge ist eine Verlängerung der Probezeit nur möglich, wenn sie ursprünglich weniger als sechs Monate lang war.

Kündigungsfrist

Ist eine Probezeit durch den Arbeitsvertrag vereinbart worden und beträgt diese bis zu sechs Monate, so ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber grundsätzlich mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen und ohne Angabe eines Kündigungsgrundes möglich. Diese Frist gilt während der gesamten Probezeit und kann also noch am letzten Tag in Anspruch genommen werden.

Kürzere Kündigungsfristen können nur durch Tarifvertrag vereinbart werden.

Kündigungsschutz bei fristloser Kündigung

Bei der Kündigungsfrist von zwei Wochen spricht man immer von einer ordentlichen Kündigung. Unter Umständen ist jedoch auch eine außerordentliche, also fristlose Kündigung eines in der Probezeit befindlichen Arbeitnehmers möglich. Als Notfallinstrument des Arbeitsrechts ist es dem Arbeitgeber bei schwerwiegenden Vertrauensbrüchen möglich, das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Kündigungsschutz trotz Probezeit

Fristlose Kündigung in der Probezeit
Fristlose Kündigung in der Probezeit – Welche Regeln gelten? Symbolfoto:fizkes/Bigstock

Fraglich ist also, inwiefern sich der im Arbeitsrecht verankerte Kündigungsschutz auf die Probezeit auswirkt.

Die Faustregel besagt: Während der Probezeit findet das Kündigungsschutzgesetz regelmäßig keine Anwendung. Das liegt daran, dass die Wirkung des Kündigungsschutzgesetzes erst nach sechs Monaten greift, also nach der Höchstdauer der Probezeit. Wird vor Ablauf dieser sechs Monate gekündigt, kann nicht danach beurteilt werden, ob die Kündigung sozial gerechtfertigt war. Diese sechs-Monate-Regel gilt auch, wenn keine Probezeit vereinbart wurde.

Dennoch ist der Arbeitnehmer in der Probezeit nicht vollends schutzlos. Obwohl der Arbeitgeber grundlos kündigen darf, ist auch er an gewisse Voraussetzungen gebunden. So ist eine Kündigung aus diskriminierenden Gründen oder zur sogenannten Unzeit unwirksam. Von einer solchen Unzeit spricht man immer dann, wenn der Arbeitnehmer besonderen Belastungen ausgesetzt ist – etwa nach einem Todesfall in der Familie.

Insgesamt darf die Kündigung also auch ohne Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes nicht willkürlich oder aufgrund sachfremder Motive erfolgen.

Sonderfälle des Kündigungsschutzes während der Probezeit

Für besonders schutzwürdige Personengruppen gelten Ausnahmen.

Schwangere:

Wie auch im allgemeinen Kündigungsrecht gelten für werdende Mütter Ausnahmeregeln. Sollte eine Frau während des ersten halben Jahres ihrer neuen Beschäftigung schwanger werden, so gilt der Kündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz auch während der Probezeit. Um diese Frauen vor psychischen Belastungen zu bewahren, ist eine Kündigung in der Probezeit unwirksam.

Azubis:

Sonderregeln gelten auch für Auszubildende. Nach dem Berufsbildungsgesetz ist eine Probezeit von mindestens einem und höchstens vier Monaten festgeschrieben. Eine entsprechend kürzere oder längere Probezeit ist daher unwirksam. Ansonsten gilt auch in einem solchen Ausbildungsverhältnis, dass der Vertrag innerhalb der vorgeschriebenen Frist erleichtert gekündigt werden kann.

Schwerbehinderte:

Im Arbeitsverhältnis eines Schwerbehinderten sind Probezeiten ebenso erlaubt, wie es bei allen anderen auch der Fall ist. Auch hier ist zu beachten, dass der Kündigungsschutz des Schwerbehinderten erst nach sechs Monaten, also nach Ablauf der Probezeit greift. Daher kann das Arbeitsverhältnis während dieser Zeit noch ohne Zustimmung des Integrationsamtes gekündigt werden. Es besteht lediglich eine Meldepflicht der Arbeitnehmer.

Das Wichtigste auf einen Blick: Die Kündigung in der Probezeit

  • Kommt es zu einer Kündigung innerhalb der Probezeit, beträgt die Frist zwei Wochen.
  • In der Probezeit ist der Kündigungsschutz nicht wirksam. Er greift erst nach sechs Monaten.
  • Auch eine fristlose Kündigung während der Probezeit ist möglich.
  • Für Schwangere, Auszubildende und Schwerbehinderte gelten besondere Regelungen.

Fazit

Wurden Sie in der Probezeit gekündigt und sind sich sicher, dass diese zu Unrecht erfolgt ist? – Dann prüfen Sie Ihre Ansprüche. Als Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht in Kreuztal bei Siegen können wir Ihnen bei allen rechtlichen Fragen rund um das Kündigungsrecht kompetent zur Seite stehen und Ihren Einzelfall auf mögliche Unwirksamkeitsgründe überprüfen.

Nutzen Sie dazu das Beratungsangebot vor Ort oder in Form der bequemen Online-Rechtsberatung.

 

 

 

Jetzt Soforthilfe vom Anwalt

Wir sind Ihr Ansprechpartner in Sachen Arbeitsrecht. Vom Arbeitsvertrag bis zur Kündigung. Nehmen Sie noch heute Kontakt zu uns auf.

Rechtsanwälte Kotz - Kreuztal

Wissenswertes aus dem Arbeitsrecht einfach erklärt

Weitere interessante arbeitsrechtliche Urteile

Unsere Kontaktinformationen

Rechtsanwälte Kotz GbR

Siegener Str. 104 – 106
D-57223 Kreuztal – Buschhütten
(Kreis Siegen – Wittgenstein)

Telefon: 02732 791079
(Tel. Auskünfte sind unverbindlich!)
Telefax: 02732 791078

E-Mail Anfragen:
info@ra-kotz.de
ra-kotz@web.de

Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt und Notar Dr. Christian Kotz
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Notar mit Amtssitz in Kreuztal

Bürozeiten:
MO-FR: 8:00-18:00 Uhr
SA & außerhalb der Bürozeiten:
nach Vereinbarung

Für Besprechungen bitten wir Sie um eine Terminvereinbarung!