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Verbeamtung abgelehnt: Die 5 zulässigen Gründe und wie Sie wirksam Widerspruch einlegen

Nach einem Ablehnungsbescheid zur Verbeamtung stellt sich für Betroffene zuerst die Frage, ob die von der Behörde angeführten Gründe rechtlich tragen. Nicht jede Ablehnung ist rechtmäßig, und gegen viele Bescheide bestehen gute Chancen im Widerspruchsverfahren. Wer die Monatsfrist kennt und die richtigen rechtlichen Schritte einleitet, kann seine Bewerbung um ein Beamtenverhältnis oft noch retten.

Gegen einen Ablehnungsbescheid stehen klar geregelte Rechtsbehelfe zur Verfügung. Der Dienstherr (also die Behörde, die einstellt) darf nur aus fünf abschließend geregelten Gründen ablehnen, und seine Entscheidung ist nur in engen Grenzen gerichtlich überprüfbar.

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Maßstab für gesundheitliche Ablehnungen in seinem Urteil vom 25.07.2013 (Az. 2 C 12.11) klar gezogen. Wer den Ablehnungsbescheid genau prüft und fristgerecht Widerspruch einlegt, hat in vielen Fällen reale Erfolgsaussichten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bestenauslese: Der Dienstherr darf nur ablehnen, wenn es an Eignung, Befähigung oder fachlicher Leistung fehlt (Art. 33 Abs. 2 GG).
  • Häufigster Grund: Fehlende gesundheitliche Eignung nach amtsärztlicher Untersuchung mit ungünstiger Prognose bis zum Ruhestand.
  • Charakterliche Eignung: Vorstrafen, bewusstes Verschweigen wichtiger Angaben oder Loyalitätsmängel können ebenfalls zur Ablehnung führen.
  • Höchstaltersgrenze: Je nach Bund oder Bundesland zumeist zwischen 40 und 50 Jahren, mit Ausnahmen.
  • Widerspruchsfrist: Ein Monat ab Bekanntgabe des Bescheids, danach wird die Entscheidung bestandskräftig.
  • Anwaltliche Hilfe: Akteneinsicht, fachärztliche Gegenstellungnahme und eine präzise Widerspruchsbegründung sind die zentralen Bausteine für den Erfolg.
  • Kostenlose Ersteinschätzung: Lassen Sie Ihren Fall von uns prüfen, um die Erfolgsaussichten kurzfristig einzuschätzen.
Verbeamtung abgelehnt Gründe: Ein dicker Aktenordner liegt auf einem hellen Holzschreibtisch im warmen Sonnenlicht, im unscharfen Hintergrund steht ein Regal mit einer Pflanze.
Die vollständige Akteneinsicht ist der wichtigste erste Schritt, um die genauen medizinischen oder formellen Ablehnungsgründe der Behörde rechtlich anfechten zu können. (Symbolbild: KI)

Aus welchen Gründen darf der Dienstherr die Verbeamtung ablehnen?

Der Dienstherr darf eine Verbeamtung nur aus fünf abschließend geregelten Gründen verweigern: vier inhaltliche Eignungs- und Leistungskriterien sowie die Höchstaltersgrenze.

Die Rechtsgrundlage steht in der Verfassung: Art. 33 Abs. 2 GG verpflichtet den Dienstherrn, jeden Deutschen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung zu beurteilen.

Für Bundesbeamte konkretisiert § 9 BBG diesen Auswahlmaßstab, für Landesbeamte gilt parallel § 9 BeamtStG.

Jeder Bewerber hat einen Bewerbungsverfahrensanspruch, also das Recht auf eine fehlerfreie Entscheidung nach genau diesen Kriterien. Andere Gründe, etwa persönliche Sympathien oder pauschale Bedenken, dürfen die Entscheidung nicht tragen.

Die fünf Prüfkriterien im Überblick

  1. Gesundheitliche Eignung: Wird körperlich und psychisch durch eine amtsärztliche Untersuchung geprüft.
  2. Charakterliche Eignung: Bezieht sich auf Loyalität, Zuverlässigkeit und Integrität des Bewerbers.
  3. Befähigung: Umfasst die formalen Laufbahnvoraussetzungen wie Staatsexamina, Studienabschlüsse oder vorgeschriebene Lehrgänge.
  4. Fachliche Leistung: Wird über Examensnoten, dienstliche Beurteilungen und die Bewährung im Vorbereitungsdienst nachgewiesen.
  5. Höchstaltersgrenze: Formales Hindernis, das in Bund und Ländern jeweils unterschiedlich geregelt ist.
Tablet auf einem Schreibtisch zeigt eine Infografik mit vier Schritten zum Widerspruch
Wer die richtigen Schritte in der korrekten Reihenfolge geht, erhöht seine Erfolgschancen enorm. (Symbolbild: KI)

1. Grund: Gesundheitliche Eignung als häufigster Ablehnungsgrund

Der mit Abstand häufigste Ablehnungsgrund ist die fehlende gesundheitliche Eignung. Hier kommt es nicht darauf an, ob der Bewerber aktuell dienstfähig ist, sondern auf eine Prognose bis zur Altersgrenze.

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Maßstab im Urteil vom 25.07.2013 (Az. 2 C 12.11) festgelegt: Eine Ablehnung ist nur zulässig, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass der Bewerber vor Erreichen der Altersgrenze dienstunfähig wird oder regelmäßig krankheitsbedingt ausfällt. Allgemeine statistische Risiken oder pauschale Diagnose-Vermutungen reichen dafür nicht.

Typische Konstellationen, in denen Bewerber abgelehnt werden, betreffen unzureichend dokumentierte chronische Verläufe, zurückliegende psychische Diagnosen oder einen stark erhöhten Body-Mass-Index. In all diesen Fällen muss der Amtsarzt eine individuelle Prognose stellen, die sich auf belastbare medizinische Anhaltspunkte stützt.

Eine Sonderstellung haben schwerbehinderte Bewerber. Wegen des Benachteiligungsverbots darf die gesundheitliche Eignung nur dann verneint werden, wenn zwingende Gründe für ein Festhalten am allgemeinen Maßstab sprechen. Das ist eine spürbar höhere Hürde für den Dienstherrn.

In der Praxis zeigt sich diese Problematik häufig bei Lehramts-Referendaren: Wird jemand trotz gut eingestellter chronischer Erkrankung und einer Referendariatszeit ohne nennenswerte Fehlzeiten abgelehnt, stützt der Amtsarzt seine Prognose oft unzulässig auf rein allgemeine Krankheitsverläufe. Eine aktuelle fachärztliche Stellungnahme zum individuellen Verlauf ist hier oft das stärkste Gegenargument.

Ein Arzt im weißen Kittel steht am Fenster und liest nachdenklich in einer Akte
Die amtsärztliche Prognose muss sich auf belastbare medizinische Anhaltspunkte stützen, nicht auf reine Statistiken. (Symbolbild: KI)

Gründe 2, 3 und 4: Charakterliche Eignung, Befähigung und fachliche Leistung

Auch die charakterliche Eignung kann zur Ablehnung führen. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 10.10.2024 (Az. 2 C 21.23) klargestellt, dass dem Dienstherrn dabei ein weiter, gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbarer Beurteilungsspielraum zusteht. Maßgeblich ist die Prognose, ob der Bewerber den beamtenrechtlichen Grundpflichten dauerhaft nachkommen wird.

Typische Gründe sind einschlägige Vorstrafen, das bewusste Verschweigen wichtiger Angaben im Bewerbungsverfahren oder dokumentierte Verstöße gegen die beamtenrechtlichen Grundpflichten. Auch verfassungsfeindliche Aktivitäten oder massive Verstöße in sozialen Medien können geprüft werden. Welche Maßstäbe dabei gelten, zeigt unser Beitrag zur Entlassung wegen mangelnder Eignung ausführlich.

Die Befähigung umfasst die formalen Laufbahnvoraussetzungen, also etwa die geforderten Examina, Studienabschlüsse oder Lehrgangsnachweise. Fehlt einer dieser Bausteine, scheidet die Ernennung schon aus formalen Gründen aus.

Die fachliche Leistung wird über Examensnoten, dienstliche Beurteilungen während des Vorbereitungsdienstes oder die Bewährung im Beamtenverhältnis auf Probe (also der Erprobungszeit vor der Ernennung auf Lebenszeit) gemessen. Auch nach erfolgter Ernennung auf Probe drohen ähnliche Maßstäbe, wie der Beitrag zur Entlassung eines Probebeamten zeigt.

Wichtig ist die Unterscheidung: Eine Ablehnung wegen fehlender charakterlicher Eignung wiegt rechtlich schwerer, weil sie eine wertende Einzelfallentscheidung enthält. Hier prüfen Gerichte besonders kritisch, ob die Tatsachenbasis trägt.

Nahaufnahme eines Whiteboards in einem hellen Büro mit den handgeschriebenen Wörtern Eignung Befähigung und Leistung sowie der unscharfen Silhouette einer Frau mit einem Stift im Vordergrund
Gemäß Artikel 33 des Grundgesetzes erfolgt die Auswahl für den öffentlichen Dienst streng nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung. Wer in einem dieser Punkte abgelehnt wird, sollte die genaue Begründung in der Akte prüfen und fristgerecht juristischen Rat einholen. (Symbolbild: KI)

5. Grund: Altersgrenze als gesonderter Ablehnungsgrund

Neben den inhaltlichen Prüfkriterien scheitert eine Verbeamtung häufig schlicht am Alter des Bewerbers. Die Höchstaltersgrenze ist in den Beamtengesetzen von Bund und Ländern unterschiedlich geregelt und liegt zumeist zwischen 40 und 50 Jahren.

Ausnahmen sind in begrenztem Umfang möglich, etwa bei Kindererziehungszeiten, bei Schwerbehinderung oder wenn EU-rechtliche Vorgaben eine starre Altersgrenze unzulässig erscheinen lassen. Ob im konkreten Fall eine solche Ausnahme greift, hängt vom jeweiligen Bundes- oder Landesrecht ab.

Wer wegen Altersüberschreitung abgelehnt wurde, sollte den Bescheid auf zwei Punkte prüfen: Wurde die geltende Altersgrenze überhaupt richtig berechnet, und wurden anrechenbare Verzögerungszeiten korrekt berücksichtigt?

So legen Sie Widerspruch gegen die Ablehnung ein

Gegen den Ablehnungsbescheid kann der Bewerber innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich Widerspruch beim Dienstherrn einlegen.

Die einmonatige Widerspruchsfrist sowie die Formvorgaben ergeben sich aus § 70 VwGO. Die Frist wird durch die Bekanntgabe des Bescheids ausgelöst, die in der Regel per förmlicher Zustellung erfolgt, und beginnt am Folgetag zu laufen. Wird sie versäumt, erlangt der Bescheid Bestandskraft und kann auf dem regulären Rechtsweg nicht mehr angegriffen werden.

Der Widerspruch muss schriftlich (Brief, Fax oder per zugelassener elektronischer Form) bei der Behörde eingehen, die den Bescheid erlassen hat. Eine Begründung ist zunächst nicht zwingend erforderlich, sollte aber zeitnah nachgereicht werden.

Die zentralen vier Schritte sehen so aus:

  1. Akteneinsicht beantragen: Nur wer die vollständige Personalakte und das amtsärztliche Gutachten kennt, kann gezielt argumentieren.
  2. Fachärztliche Stellungnahme einholen: Bei gesundheitlichen Ablehnungen ist eine aktuelle, individuelle Einschätzung der behandelnden Ärzte entscheidend.
  3. Widerspruch fristwahrend einlegen: Zunächst ohne Begründung, um die Frist zu sichern.
  4. Begründung nachschieben: Auf Basis der Akteneinsicht und der fachärztlichen Stellungnahme die konkreten Schwächen des Bescheids angreifen.

Checkliste: Die erste Woche nach dem Ablehnungsbescheid

  1. Tag 1: Eingangsdatum genau dokumentieren, dies markiert den Fristbeginn.
  2. Tag 1-2: Bescheid vollständig lesen, Ablehnungsgründe und Rechtsbehelfsbelehrung markieren.
  3. Tag 2-3: Schriftlichen Antrag auf Akteneinsicht beim Dienstherrn stellen, inklusive amtsärztlicher Stellungnahme.
  4. Tag 3-4: Bei gesundheitlicher Begründung Termine bei behandelnden Fachärzten vereinbaren.
  5. Tag 4-5: Aktuelle fachärztliche Stellungnahme zum individuellen Verlauf erbitten.
  6. Tag 5-6: Anwaltliche Ersteinschätzung einholen, Erfolgsaussichten und Strategie klären.
  7. Tag 6-7: Widerspruch schriftlich einlegen, Begründung kündigt man später an.
Laptop-Bildschirm zeigt vier nummerierte Prozess-Schritte zum Widerspruch
Nur wer die vollständige Personalakte kennt, kann den Widerspruch gezielt begründen. (Symbolbild: KI)

Was tun, wenn der Widerspruch ebenfalls abgelehnt wird?

Bleibt der Widerspruch erfolglos, kann der Bewerber Verpflichtungsklage vor dem Verwaltungsgericht erheben. Rechtsgrundlage ist § 42 Abs. 1 VwGO.

Mit der Klage will der Bewerber den Dienstherrn zur Übernahme in das Beamtenverhältnis verpflichten lassen. Ob die eigene Rechtsschutzversicherung die Verfahrenskosten trägt, ist dabei eine separate Frage, wie unser Beitrag zur Rechtsschutz-Deckung bei Verpflichtungsklage auf Verbeamtung zeigt.

Auch hier gilt eine kurze Frist: Nach § 74 VwGO ist die Klage innerhalb eines Monats nach Zustellung des Widerspruchsbescheids einzureichen.

In dieser Phase wird das Verfahren spezialisierter. Wir empfehlen, für die Verpflichtungsklage vor dem Verwaltungsgericht gegebenenfalls einen Anwalt mit Schwerpunkt im Verwaltungs- oder Beamtenrecht hinzuzuziehen. Wir unterstützen Sie bei der Ersteinschätzung und im Widerspruchsverfahren.

Unser Experte: Hans Jürgen Kotz (Fachanwalt für Arbeitsrecht)
Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Entscheidend für einen erfolgreichen Widerspruch ist in der Praxis vor allem die gründliche Auswertung der Personal- und Gesundheitsakte zusammen mit einer medizinisch fundierten Gegenstellungnahme.

Mehrere hellgraue Aktenordner von identischer Breite stehen auf einem Holzregal in einem hellen Büro, wobei der mittlere Ordner die Aufschrift VERWALTUNGSGERICHT trägt.
Bleibt der Widerspruch gegen die Ablehnung erfolglos, führt der nächste rechtliche Schritt oft vor das Verwaltungsgericht. Eine erfahrene anwaltliche Vertretung ist in dieser Phase entscheidend für den Erfolg der Klage. (Symbolbild: KI)

Wann sich anwaltliche Unterstützung lohnt

Die größte juristische Hürde im Widerspruchsverfahren liegt meist in der gezielten medizinischen Entkräftung der amtsärztlichen Prognose. Die häufigsten verfahrensrechtlichen Fehler ohne anwaltliche Begleitung sind das Versäumen der Frist, eine emotional statt rechtlich aufgebaute Begründung und das Übersehen der Akteneinsicht. Wer die Prognoseentscheidung des Dienstherrn angreifen will, muss die medizinischen Belege gezielt einsetzen.

Anwaltliche Unterstützung ist insbesondere in drei Phasen entscheidend: bei der vollständigen Anforderung der Akten, bei der formgerechten Einlegung des Widerspruchs sowie bei dessen medizinischer und juristischer Begründung. Gerade bei gesundheitlichen Ablehnungen lassen sich so Schwächen des amtsärztlichen Gutachtens herausarbeiten, die für einen Laien nicht sofort erkennbar sind.

Das finanzielle Risiko eines Widerspruchsverfahrens ist überschaubar und lässt sich im Vorfeld kalkulieren. Eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten ist in unserer Kanzlei kostenlos.

Eine bestehende Rechtsschutzversicherung Arbeitsrecht deckt in vielen Fällen das Widerspruchsverfahren ab, sofern eine entsprechende Beamtenrechtsschutz-Komponente vereinbart ist. Bei Bedürftigkeit kommt zudem Prozesskostenhilfe in Betracht.

Unsere Kanzlei begleitet seit 1983 Mandanten in arbeits- und beamtenrechtlichen Konfliktsituationen, sowohl im Großraum Siegen als auch bundesweit. Bei reinen Verwaltungsgerichtsklagen ziehen wir transparent einen Verwaltungsrechtsspezialisten hinzu. Welche Vorteile anwaltliche Unterstützung generell bietet, lesen Sie ergänzend in unserem Grundlagenbeitrag.

Kostenlose Ersteinschätzung für Ihren Fall

Ob Ihre Ablehnung rechtlich angreifbar ist, lässt sich oft schon in einem ersten Gespräch verlässlich einschätzen. Wir prüfen Bescheid, Fristen und Begründung kostenlos und unverbindlich.

Schildern Sie uns Ihre Situation über das Anfrageformular. Wir melden uns zeitnah zurück und sagen Ihnen offen, welche juristischen Ansatzpunkte in Ihrem Fall bestehen.

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Symbolbild zum Arbeitsrecht-FAQ: Schriftzug 'FAQ' vor einer dynamischen Büroszene mit Bewegungsunschärfe in Blau- und Rottönen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ich habe eine Ablehnung wegen meiner Gesundheit bekommen, bin aber fit. Muss ich das einfach hinnehmen?


Nein, eine Ablehnung wegen gesundheitlicher Nichteignung müssen Sie nicht einfach akzeptieren. Entscheidend ist eine Prognose, ob Sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zur Altersgrenze dienstfähig bleiben. Oft stützen sich Behörden auf allgemeine Risiken, die nicht ausreichend sind.

Der Dienstherr muss für die Ablehnung beweisen, dass Sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorzeitig dienstunfähig werden oder regelmäßig krankheitsbedingt ausfallen, was eine hohe Hürde ist. Ihre aktuelle Fitness allein genügt dabei nicht als Gegenargument für die Behörde, aber eine fundierte, aktuelle Stellungnahme Ihres behandelnden Arztes, die den individuellen Verlauf Ihrer Gesundheit und die spezifischen Umstände aufzeigt, kann diese Prognose erfolgreich entkräften. Diese medizinische Gegenposition ist ein zentraler und oft entscheidender Baustein in einem Widerspruchsverfahren.

Ein typischer Fehler ist, nur mit dem eigenen Gefühl von Fitness zu argumentieren. Das amtsärztliche Gutachten ist ein komplexes Dokument. Die darin aufgeführten Punkte müssen Sie medizinisch und juristisch präzise widerlegen, statt nur pauschal zu widersprechen.


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Wegen meines Alters oder einer alten Sache wurde meine Verbeamtung abgelehnt. Habe ich da noch Chancen?


Ja, in vielen Fällen bestehen weiterhin gute Chancen, auch wenn die Ablehnung auf dem Alter oder einer früheren Angelegenheit beruht. Altersgrenzen haben oft Ausnahmen, und charakterliche Eignung braucht eine sehr solide Begründung.

Bei der Höchstaltersgrenze gibt es häufig Anrechnungsmöglichkeiten für Kindererziehungszeiten oder bei anerkannter Schwerbehinderung. Sie sollten genau prüfen, ob die Behörde alle Regelungen korrekt angewendet hat. Bei charakterlichen Mängeln muss der Dienstherr konkrete, belegbare Tatsachen vorlegen, die eine negative Prognose rechtfertigen. Eine alte, geringfügige Verfehlung reicht meist nicht aus, um die Eignung dauerhaft zu verneinen.

Eine verbreitete Fehleinschätzung ist, dass jede Vorstrafe automatisch zum Ausschluss führt. Nur einschlägige, relevante Delikte, die eine dauerhafte Loyalität oder Zuverlässigkeit infrage stellen, sind hier entscheidend. Das Gericht prüft genau, ob die Relevanz für das Beamtenverhältnis gegeben ist.


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Meine Verbeamtung wurde abgelehnt. Was sind die absolut ersten Schritte, die ich jetzt sofort unternehmen sollte?


Der wichtigste erste Schritt ist, das genaue Datum des Erhalts Ihres Ablehnungsbescheids zu notieren. Ab diesem Tag läuft eine strenge Monatsfrist, innerhalb derer Sie schriftlich Widerspruch einlegen müssen. Versäumen Sie diese Frist, wird die Entscheidung unanfechtbar und Sie können auf diesem Weg nichts mehr unternehmen.

Direkt im Anschluss sollten Sie schriftlich Akteneinsicht beantragen. So erhalten Sie Zugang zu allen Unterlagen, die der Behörde für ihre Entscheidung vorlagen, insbesondere dem amtsärztlichen Gutachten bei gesundheitlichen Ablehnungen. Ohne diese detaillierten Informationen können Sie die Ablehnungsgründe nicht gezielt und fundiert widerlegen oder eine passende Strategie entwickeln. Entscheidend ist, die spezifischen Argumente der Behörde zu kennen, bevor Sie eine Begründung für Ihren Widerspruch formulieren. Viele Behörden benötigen ein bis zwei Wochen für die Aktenbereitstellung, planen Sie diese Zeit unbedingt ein und handeln Sie zügig, da die einmonatige Frist unerbittlich läuft.


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Lohnt es sich wirklich, einen Anwalt einzuschalten, wenn meine Verbeamtung abgelehnt wurde?


Ja, das Hinzuziehen eines Anwalts kann sich sehr lohnen und Ihre Erfolgsaussichten erheblich steigern. Beamtenrecht ist komplex, und ein spezialisierter Anwalt kann Formfehler oder inhaltliche Mängel im Bescheid erkennen und die richtigen rechtlichen Schritte einleiten, die für Laien meist schwer zu überblicken sind.

Gerade bei gesundheitlichen Ablehnungen hilft der Anwalt, das amtsärztliche Gutachten juristisch und medizinisch zu analysieren und eine gezielte Gegenargumentation aufzubauen. Er stellt sicher, dass alle Fristen eingehalten werden und Ihr Widerspruch formal korrekt ist. Dies ist entscheidend für den Erfolg. Ein Anwalt kann zudem Akteneinsicht effektiver durchsetzen und die Kommunikation mit der Behörde übernehmen, was viele Sorgen nimmt und Sie entlastet. Eine erste Einschätzung Ihres Falles ist in vielen Kanzleien oft kostenfrei möglich.


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Mein Widerspruch wurde auch abgelehnt. Muss ich die Hoffnung auf eine Verbeamtung jetzt aufgeben?


Nein, die Ablehnung Ihres Widerspruchs ist noch nicht das Ende Ihrer Bemühungen um eine Verbeamtung. Sie haben weiterhin die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung der Behörde vorzugehen, indem Sie eine Klage vor dem Verwaltungsgericht einreichen. Dies ist der nächste rechtliche Schritt.

Diese sogenannte Verpflichtungsklage zielt darauf ab, das Gericht dazu zu bewegen, den Dienstherrn zur Verbeamtung zu verpflichten oder ihn zumindest zu einer erneuten, fehlerfreien Entscheidung anzuhalten. Auch hierfür gilt eine Frist von einem Monat ab Zustellung des Widerspruchsbescheids. In dieser Phase des Verfahrens, die deutlich formaler und spezialisierter ist, ist anwaltliche Unterstützung nochmals wichtiger, damit Sie die juristischen Feinheiten meistern und die besten Argumente vorbringen können.

Das Verwaltungsgericht prüft die behördlichen Entscheidungen sehr genau. Anders als im internen Widerspruchsverfahren bietet eine Klage die Chance, die Argumente des Dienstherrn durch eine neutrale Instanz beurteilen zu lassen.


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