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Maximale Arbeitszeit pro Tag/Woche – Gesetzliche Regelung

Die Maximale Arbeitszeit pro Tag und Woche ist in Deutschland gesetzlich geregelt und dient dem Schutz der Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmern. Werden diese Grenzen überschritten, können Arbeitgeber mit Sanktionen oder Strafen rechnen. Es ist daher für Arbeitgeber von großer Bedeutung, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten und die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer korrekt zu erfassen und zu überwachen.

maximale Arbeitszeiten in Deutschland
(Symbolfoto: kosmos111/canva)

Das Wichtigste in Kürze


Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) legt in Deutschland die gesetzlichen Grenzen für die maximal zulässige Arbeitszeit für Arbeitnehmer fest, um deren Gesundheit, Wohlbefinden und Sicherheit zu gewährleisten.

  • Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist die gesetzliche Grundlage in Deutschland für die Festlegung der Maximalarbeitszeit, Pausen- und Ruhezeitenregelungen für Arbeitnehmer.
  • Der Geltungsbereich des ArbZG erstreckt sich grundsätzlich auf alle Arbeitnehmer, mit einigen Ausnahmen wie leitende Angestellte oder Pflegepersonal.
  • Die tägliche Arbeitszeit sollte regulär 8 Stunden nicht überschreiten, kann aber in Ausnahmefällen auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt werden.
  • Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 48 Stunden, kann aber in dringenden Fällen auf 60 Stunden erhöht werden.
  • Die monatliche Arbeitszeit darf bei einer 48-Stunden-Woche maximal 206,4 Stunden betragen, bei 10 Stunden Tagesarbeitszeit maximal 258 Stunden.
  • Für Arbeitszeiten zwischen 6-9 Stunden ist eine 30-minütige Pause, über 9 Stunden eine 45-minütige Pause vorgeschrieben.
  • Zwischen zwei Arbeitstagen muss eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen.
  • Überstunden können negative Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer haben, wie Stress, Schlafmangel und erhöhtes Unfallrisiko.
  • Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitszeiten systematisch zu erfassen und zu dokumentieren.
  • Bei Verstößen gegen das ArbZG drohen Arbeitgebern Geldbußen bis zu 30.000 Euro und in schweren Fällen sogar Freiheitsstrafen.
  • Arbeitnehmer haben das Recht, sich bei Verstößen zu beschweren und rechtliche Schritte einzuleiten, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Es kommt nicht selten vor, dass ein Arbeitnehmer als Vollzeitbeschäftigter durchschnittlich länger arbeitet, als es der Arbeitsvertrag oder die tarifvertragliche Einigung verlangt. Die wöchentliche Soll-Arbeitszeit wird dabei nur zu häufig überschritten. Dies wirft bei den Arbeitnehmern natürlich die Frage auf, ob dies so in dieser Form überhaupt rechtmäßig ist und wie die gesetzlich festgelegten Arbeitszeitgrenzen denn überhaupt ausgestaltet sind. Hier bieten wir die wichtigsten Informationen zu dieser Thematik.

Bedeutung des Arbeitszeitgesetzes

Das Arbeitszeitgesetz stellt in Deutschland die gesetzliche Grundlage für die Festlegung der Maximalarbeitszeit sowie der Pausen- und Ruhezeitenregelungen für Arbeitnehmer dar. Diese gesetzliche Grundlage hat eine ganz entscheidende Bedeutung sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber, da die hierin festgelegten Zeiten als verbindlich anzusehen sind. Der Arbeitnehmer kann sich hierauf berufen und der Arbeitgeber muss, sofern er gegen diese gesetzliche Grundlage verstößt, mit Sanktionen oder Strafen rechnen.

Übersicht der gesetzlichen Regelungen und ihrer Ziele

Das Arbeitszeitengesetz verfolgt die Zielsetzung, dass die Gesundheit sowie das Wohlbefinden und die Sicherheit der Arbeitnehmer gewährleistet werden. Der Gesetzgeber hat dieses Gesetz ins Leben gerufen, um der Arbeitnehmerausbeutung durch Arbeitgeber wirksam präventiv zu begegnen und auf diese Weise eine für beide Seiten faire Regelung zu finden.

Wer ist vom Arbeitszeitgesetz betroffen?

Der Geltungsbereich des Arbeitszeitgesetzes erstreckt sich dem reinen Grundsatz nach auf jeden Arbeitnehmer, der in einem Beschäftigungsverhältnis steht. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, für die das Arbeitszeitgesetz nicht zur Anwendung kommt. Als Beispiele hierfür können Chefärzte sowie Arbeitnehmer in leitenden Positionen nebst Angestellten in dem öffentlichen Dienst, wenn sie eine leitende Position innehaben. Zudem kommt es auch für Arbeitnehmer, die eine andere Person pflegen oder erziehen und mit ihr zusammenleben, nicht zur Anwendung.

Tägliche Arbeitszeitgrenzen

Die tägliche Arbeitszeit ist für den Arbeitnehmer von primärer Bedeutung, da diese Arbeitszeit tagtäglich abgeleistet werden muss. Das Wissen darüber, welche Grundregelungen hier gelten und welche Ausnahmen respektive Überstunden überhaupt rechtlich zulässig sind, ist ebenfalls von großer Bedeutung.

Grundregelungen der täglichen Arbeitszeit

Die Grundregelungen der täglichen Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes besagen, dass die tägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer zwingend mit den arbeitsvertraglichen Regelungen sowie den gesetzlichen Bestimmungen im Einklang stehen müssen. Die tägliche regelmäßige Arbeitszeit von 8 Stunden sollte eingehalten werden und überdies muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer während der täglichen Arbeitszeit angemessene Pausen einräumen.

Die gesetzlichen Bestimmungen räumen den Arbeitgebern jedoch auch die Möglichkeit ein, dem Arbeitnehmer flexible Arbeitszeitenmodelle anzubieten und hierbei den betrieblichen Bedarf zu berücksichtigen. Auch die individuellen Arbeitnehmerbedürfnisse können Berücksichtigung finden. Gleichermaßen verhält es sich auch mit Überstunden, die in Ausnahmefällen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen zulässig sind.

Zulässige Ausnahmen und Überstunden

Der Gesetzgeber kennt bei der maximalen Arbeitszeit pro Tag Ausnahmen. Maßgeblich hierfür ist der § 7 ArbZG. So gilt, dass die Maximalarbeitszeit pro Tag 10 Stunden betragen darf, sofern es sich um eine Ausnahme handelt und entsprechende tarifvertragliche Regelungen respektive Betriebs- oder Dienstverordnungen existieren. Eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit auf insgesamt 10 Stunden ist ebenfalls möglich, wenn der Arbeitnehmer dieser Verlängerung zuvor schriftlich zugestimmt hat und für die Gesundheit des Arbeitnehmers keine Gefährdung besteht.

Für den öffentlichen Dienst sowie Arbeitnehmern in der Pflege oder Betreuung sowie der Landwirtschaft sieht das Arbeitszeitengesetz ebenfalls Ausnahmen vor. Schwangere sowie stillende Arbeitnehmer fallen unter den Geltungsbereich des Mutterschutzgesetzes, sodass die Maximalarbeitszeit 8,5 Stunden beträgt. Bei jugendlichen Arbeitnehmern, die das 15. Lebensjahr bereits vollendet aber das 18. Lebensjahr noch nicht, gilt die Maximalarbeitszeit von 8 Stunden täglich. Gleichermaßen verhält es sich mit Arbeitnehmern, die einen Schwerbehindertenstatus haben. Diese können die Freistellung von Arbeitszeiten, die 8 Stunden überschreiten, verlangen.

Auswirkungen von Überstunden auf die Gesundheit und Sicherheit

Die Auswirkungen von Überstunden auf die Gesundheit des Arbeitnehmers sowie der Sicherheit am Arbeitsplatz dürfen nicht unterschätzt werden. Einer der Hauptauswirkungen ist Stress, der sowohl physische als auch psychische Gesundheitsprobleme in Form von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Burnout sowie Depressionen verursachen kann. Eine weitere Folge von Überstunden kann auch akuter Schlafmangel sein, was sich auf die kognitive Leistungsfähigkeit negativ auswirken und bereits mittelfristig die Sicherheit am Arbeitsplatz gefährden kann.

Müdigkeit ist einer der Hauptgründe für Unfälle am Arbeitsplatz, da übermüdete Arbeitnehmer zu Konzentrationsproblemen neigen und dann Fehler begehen. Dies gefährdet nicht nur die Sicherheit des betroffenen Arbeitnehmers, sondern vielmehr auch die Sicherheit der anderen Arbeitnehmer in dem Unternehmen.

Regelungen zu Mehrarbeit und Ausgleichszeiträumen

Dem reinen Grundsatz nach gilt, dass Mehrarbeit lediglich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auf Anordnung des Arbeitgebers erfolgen dürfen. Hierbei muss die wöchentliche Durchschnittsmaximalarbeitszeit von 48 Stunden eingehalten werden, wobei ein Zeitraum von vier Monaten für die Bemessung des Durchschnitts zugrunde gelegt wird.

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, für die Mehrarbeit dem Arbeitnehmer einen als angemessen anzusehenden Ausgleich für die Mehrarbeit zu gewähren. Dies kann in Form von Geldzahlungen oder Freizeitausgleich erfolgen. Der Zeitraum für den Ausgleich soll angemessen sein. In der gängigen Praxis wird ein Zeitraum von drei Monaten für den Ausgleich als angemessen angesehen.

Wöchentliche Arbeitszeitgrenzen

Die wöchentlichen Arbeitszeitgrenzen sind ein Stück weit abhängig von den arbeitsvertraglichen Regelungen der Regelarbeitszeit. Hieraus ergeben sich dann die als normal anzusehenden wöchentlichen Arbeitszeit, wobei auch Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

Regelungen zur normalen wöchentlichen Arbeitszeit

In Deutschland hat der Gesetzgeber die wöchentliche Maximalarbeitszeit auf 48 Stunden festgelegt. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass der Samstag als gesetzlicher Werktag gilt und dementsprechend ein Arbeitnehmer an diesem Tag auch 8 Stunden arbeiten kann. Ist dies der Fall, so würde sich eine Berechnung von 6 Arbeitstagen multipliziert mit 8 Arbeitsstunden ergeben.

Besonderheiten bei der wöchentlichen Höchstarbeitszeit

Unter ganz bestimmten Umständen ist eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden auf 60 Stunden gesetzlich zulässig. Dies setzt allerdings voraus, dass dringende betriebliche Gründe diese Verlängerung zwingend erforderlich werden lassen. Überdies muss auch das Arbeitszeitenmodell des jeweiligen Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Befindet sich ein Arbeitnehmer in Teilzeit oder in einem flexiblen Arbeitszeitenmodell, so muss dies bei der wöchentlichen Höchstarbeitszeit berücksichtigt werden.

Monatliche und jährliche Arbeitszeit

Die monatliche sowie jährliche Arbeitszeit ist abhängig von den arbeitsvertraglichen respektive tarifvertraglichen Regelungen, die dem Arbeitsverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zugrunde liegen. Dies muss bei der Berechnung der gesetzlich maximal zulässigen monatlichen Arbeitsstunden berücksichtigt werden.

Berechnung der zulässigen Arbeitsstunden pro Monat

Sofern die 48 Stunden Arbeitswoche als Grundlage verwendet wird, ergibt sich bei einem Multiplikationsfaktor von 4,3 eine monatlich zulässige Stundenanzahl von 206,4. Da jedoch auch 10 Stunden als tägliche Arbeitszeit zulässig sind, falls der Arbeitgeber einen entsprechenden Ausgleich vornimmt, wäre auch eine monatliche Stundenanzahl von 258 Stunden zulässig.

Pausen- und Ruhezeiten

Dem Arbeitnehmer stehen Pausenzeiten zu, die der Arbeitgeber gewähren muss. Obgleich viele Arbeitnehmer gern zugunsten eines früheren Feierabends auf die Pausenzeiten verzichten möchten, so ist dies gesetzlich nicht zulässig.

Gesetzlich vorgeschriebene Pausenzeiten

Gem. § 4 S. 1 ArbZG gilt die Pausenzeit nicht als Arbeitszeit. Die Pausenzeiten orientieren sich auf der Grundlage des Arbeitsrechts an den von dem Arbeitnehmer geleisteten Arbeitszeiten. Für Arbeitszeiten im Bereich von 6 – 9 Stunden hat der Gesetzgeber eine 30-minütige Pausenzeit vorgeschrieben. Diese Pausen können sich aufgliedern in zwei Pausen á 15 Minuten. Es muss allerdings zwingend nach einer Arbeitszeit von 6 Stunden die Pause in Anspruch genommen werden. Überschreitet die Arbeitszeit 9 Stunden, so ist die Pausenzeit auf 45 Minuten festgeschrieben.

Regeln für Ruhepausen zwischen den Arbeitstagen

Dem Arbeitnehmer steht zwischen jeweils zwei Arbeitstagen eine Ruhepause zu, die mindestens 11 Stunden betragen muss. Obgleich sich dies in der gängigen Praxis oftmals nicht umsetzen lässt gilt diese Regelung auch für Arbeitnehmer, die im Schichtdienst tätig sind.

Sonderregelungen für bestimmte Berufsgruppen

Für Beamte im öffentlichen Dienst, die im Schichtdienst tätig sind, kann auf der Grundlage des öffentlichen Dienstrechts eine anderweitige Sonderregelung bei den Pausen bestehen. Gleichermaßen verhält es sich mit der Berufsgruppe der Fernfahrer oder generell den Zustellungsdiensten.

Was zählt als Arbeitszeit?

Für viele Arbeitnehmer ist die bloße Anwesenheit an dem Arbeitsplatz bereits gleichbedeutend mit der Arbeitstätigkeit. Der Gesetzgeber hat hier jedoch klare Definitionen sowie Abgrenzungen vorgenommen.

Definition und Abgrenzung der Arbeitszeit

Als Arbeitszeit gilt ausdrücklich diejenigen Zeit, die an dem Arbeitsplatz mit der Arbeitstätigkeit verbracht wird. Die rechtliche Grundlage hierfür stellt der § 2 ArbZG dar. Die Arbeitszeit gilt von Beginn der Arbeitstätigkeit bis zu ihrem Ende, wobei Pausenzeiten nicht mit einberechnet werden.

Spezialfälle: Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft

Sofern die Anwesenheit des Arbeitnehmers an dem Arbeitsplatz zwingend erforderlich ist, so spricht der Gesetzgeber von der sogenannten Arbeitsbereitschaft. Diese gilt gesetzlich betrachtet als vollwertige Arbeitszeit und muss auch entsprechend von dem Arbeitgeber entlohnt werden. Bei der sogenannten Rufbereitschaft verhält sich dieser Umstand ein wenig anders. Sie gilt ausdrücklich nicht als Arbeitszeit, da der Arbeitnehmer sich an einem beliebigen Ort aufhalten darf.

Behandlung von Dienstreisen und Vorbereitungszeiten

Dienstreisen werden dann als Arbeitszeit angesehen, sofern der Arbeitnehmer während der Dienstreise einer Arbeitstätigkeit nachkommt. Vorbereitungszeiten für die Arbeitstätigkeit sind ein juristisch strittiges Thema, da die Zumutbarkeit des Arbeitnehmers eine wichtige Rolle spielt.

Arbeitszeiterfassung

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Arbeitszeit des Arbeitnehmers zu erfassen. Diese Verpflichtung erstreckt sich auf der Grundlage einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2019 auf die gesamte Arbeitszeit.

Gesetzliche Anforderungen an die Arbeitszeiterfassung

Die gesetzlichen Anforderungen an die Arbeitszeiterfassung sind in Deutschland in dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) festgeschrieben. Der Arbeitgeber ist zu einer systematischen Erfassung der Arbeitnehmerarbeitszeit und zu einer entsprechenden Dokumentation verpflichtet. Sowohl die tägliche Arbeitszeit als auch die Wochenarbeitszeit nebst der Pausenzeiten müssen von dem Arbeitgeber erfasst und für den Arbeitnehmer nachvollziehbar dokumentiert werden.

Methoden der Zeiterfassung

Als Methoden der Zeiterfassung eignen sich spezielle Zeiterfassungssysteme in Form von Stempeluhren respektive digitaler Tools. Wichtig ist lediglich, dass das Zeiterfassungssystem zuverlässig und für den Arbeitnehmer transparent sowie nachvollziehbar ausgestaltet ist.

Folgen von Nichteinhaltung der Dokumentationspflicht

Kommt ein Arbeitgeber seiner Verpflichtung der Dokumentationspflicht nicht nach, so kann dies eine wahre Vielzahl von negativen Konsequenzen mit sich bringen. Neben dem Vertrauens- und Reputationsverlust des Arbeitgebers können auch Bußgelder sowie Schadensersatzansprüche des Arbeitnehmers eine Folge der Nichteinhaltung der Dokumentationspflicht sein.

Rechtliche Konsequenzen bei Überschreitung der Arbeitszeitgrenzen

Bei Überschreitungen der gesetzlichen Vorgaben zu den Arbeitszeiten drohen Arbeitgebern rechtliche Konsequenzen, die von Geldbußen bis hin zu Freiheitsstrafen reichen können.

Ordnungswidrigkeiten und Geldbußen

Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer länger als die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit beschäftigen, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Das ArbZG sieht vor, dass Arbeitnehmer pro Woche höchstens 48 Stunden arbeiten dürfen und an einem einzelnen Arbeitstag nicht mehr als acht Stunden, wobei eine Ausdehnung auf bis zu zehn Stunden möglich ist, sofern innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen ein Ausgleich erfolgt. Bei Überschreitung dieser Grenzen droht dem Arbeitgeber eine Geldbuße von bis zu 15.000 Euro. In besonders schweren Fällen kann die Geldbuße sogar bis zu 30.000 Euro betragen.

Strafrechtliche Konsequenzen

Neben den Geldbußen können bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen gegen das ArbZG auch strafrechtliche Konsequenzen drohen. Wenn der Arbeitgeber vorsätzlich handelt und dadurch die Gesundheit oder Arbeitskraft eines Arbeitnehmers gefährdet, kann dies als Straftat gewertet werden. In solchen Fällen ist eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe möglich. Fahrlässiges Handeln kann ebenfalls strafrechtliche Folgen haben, wobei der Strafrahmen entsprechend reduziert ist.

Verantwortung und Haftung des Arbeitgebers

Das ArbZG legt die Verantwortung für die Einhaltung der Arbeitszeitgrenzen eindeutig beim Arbeitgeber. Dies umfasst nicht nur die direkte Beschäftigung über die zulässigen Grenzen hinaus, sondern auch die ordnungsgemäße Erfassung der Arbeitszeiten. Arbeitgeber müssen sich über die Inhalte des ArbZG informieren und bei Unklarheiten Rückfragen bei der zuständigen Aufsichtsbehörde stellen. Eine Aufsichtspflichtverletzung, bei der erforderliche Kontrollmaßnahmen unterlassen werden, kann ebenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Schutz des Arbeitnehmers

Das ArbZG schützt nicht nur die Gesundheit der Arbeitnehmer, sondern auch deren Rechte im Falle einer Überschreitung der Arbeitszeitgrenzen. Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, Anordnungen des Arbeitgebers auf unzulässige Beschäftigung zu folgen. Eine aufgrund von Gesetzesverstößen ausgesprochene Kündigung ist sozial ungerechtfertigt und daher unwirksam.

Die rechtlichen Konsequenzen für Arbeitgeber, die die Arbeitszeitgrenzen nicht einhalten, sind vielfältig und können erhebliche finanzielle sowie strafrechtliche Folgen haben. Es ist daher im Interesse der Arbeitgeber, sich strikt an die Vorgaben des ArbZG zu halten und die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer korrekt zu erfassen und zu überwachen.

Rechte der Arbeitnehmer bei Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz

Arbeitnehmer haben das Recht, sich bei Verstößen des Arbeitgebers gegen das Arbeitszeitgesetz zu beschweren und rechtliche Schritte einzuleiten. Zunächst sollten sie den Arbeitgeber intern auf den Missstand hinweisen. Bleibt dies erfolglos, können sie sich an die zuständige Aufsichtsbehörde wie das Gewerbeaufsichtsamt oder den Technischen Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaft wenden. Dem Arbeitnehmer dürfen durch die Beschwerde keine Nachteile wie Abmahnung, Versetzung oder Kündigung entstehen.

Der Arbeitnehmer hat einen einklagbaren Anspruch auf Herstellung eines arbeitsschutzkonformen Zustands. Bei einem Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz liegt auch ein Verstoß gegen den Arbeitsvertrag vor. Der Arbeitnehmer kann dann ein Leistungsverweigerungsrecht haben und ggf. Schadensersatz nach §§ 280, 618, 823 BGB verlangen.

Überschreitet der Arbeitgeber die nach EU-Recht zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden, hat der Arbeitnehmer einen unmittelbaren Ausgleichsanspruch gegen den Staat. Voraussetzungen sind der Ablauf der Umsetzungsfrist der EU-Richtlinien, ein qualifizierter Verstoß und ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Verstoß und Schaden. Ein weitergehendes Verschulden des Arbeitgebers ist nicht erforderlich.

Fazit

Die Arbeitszeit ist der maßgebliche Faktor eines jeden Arbeitsverhältnisses. Obgleich in der gängigen Praxis die tägliche sowie wöchentliche und auch monatliche Maximalarbeitszeit nicht eingehalten wird, ist den wenigsten Arbeitnehmern die genaue gesetzliche Regelung bekannt. Im Zweifel sollte auf jeden Fall ein erfahrener Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Anspruch genommen werden.

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